Verallgemeinern lässt sich dies allerdings nicht, denn für viele Vierbeiner werden die Autoreise oder die Reise mit der Bahn zur regelrechten Qual. Reiseübelkeit ist von den Ferienreisen mit Kindern hinlänglich bekannt, doch auch Hunden kann bei der Fahrt in den Urlaub regelmäßig übel werden. Mit einigen wirkungsvollen Maßnahmen kann der auch „Kinetose“ genannten Reisekrankheit wirksam begegnet werden.

Erkennen Sie die Ursachen!

Für die Reisekrankheit beim Hund gibt es zwei wesentliche Ursachen. Diese liegen in der passiven Bewegung, also in der Tatsache, dass der Hund nicht selbst läuft, sondern im Fahrzeug bewegt wird und in der Folge von Angstreaktionen, die mit dem bevorstehenden Transport in Verbindung stehen.

Unkontrollierbare und ungewohnte Bewegungen im Fahrzeug, können bei Mensch und Tier Übelkeit auslösen. Abbremsen, Beschleunigen, starke Kurven und sonstige Fahrweisen stoßen vielen Hunden am ehesten auf, wie caroobi berichtet. Der Gleichgewichtssinn wird durch einen sensiblen Mechanismus im Innenohr aufrechterhalten. Bei ungewohnten passiven Bewegungen wird das Gehirn mit einer Reizüberflutung konfrontiert. Dies überträgt sich auf bestimmte Hirnareale, was schließlich Übelkeit und Erbrechen begünstigt.

Ist mein Hund reisekrank?

Tritt die Übelkeit während der Fahrt häufiger auf, kann der Hund bereits beim Anblick der Transportbox in Aufregung geraten und eine regelrechte Reisekrankheit entwickeln.

Diese erkennen Sie an folgenden Symptomen:

  • Zittern
  • Hecheln
  • Vermehrte Speichelbildung
  • Verstecken
  • Jaulen
  • Bellen
  • Unkontrollierter Urinabgang

Der Hund hat schnell gelernt, das Auto mit dem unangenehmen Brechreiz zu verknüpfen. Dies hat zur Folge, dass viele Hunde nicht mehr in den Wagen einsteigen wollen und bereits die Flucht ergreifen, wenn sie das Motorgeräusch vernehmen.

Übung macht den Meister!

Zunächst kommt es darauf an, dem Tier die Angst vor dem Fahrzeug zu nehmen. Hält sich der Hund in der Nähe des abgestellten Wagens auf, können Sie die Heckklappe öffnen und dort Hundeleckerlis deponieren. So wird der Vierbeiner inspiriert, wieder Kontakt mit dem Fahrzeug aufzunehmen. Ist diese Hürde genommen, können kurze Fahrten folgen. Nach und nach wird das Tier lernen, der Fahrt im Wagen wieder zu vertrauen. Der eigentlichen Reiseübelkeit müssen Sie jedoch gesondert begegnen.

Hilfe gegen Reiseübelkeit

Der Tierarzt kann Medikamente gegen Reiseübelkeit verschreiben. Diese sogenannten Antiemetikums werden kurz vor der anstehenden Reise verabreicht und wirken gegen Unwohlsein und Brechreiz. Gegen die damit verbundene Angst helfen „Dog Appeasing Pheromone“. Diese Beruhigungsbotenstoffe sind bereits in der Muttermilch enthalten und beruhigen junge Hunde. Dieser Effekt lässt sich mit synthetisch hergestellten und in Sprayform verfügbaren Botenstoffen auch bei älteren Tieren erfolgreich künstlich erzielen.

Entspannter verreisen mit Hund

Mit einigen einfachen Tipps und Ratschlägen reist der Hund automatisch entspannter und es kommt seltener zu unangenehmen Zwischenfällen. Lassen Sie das Fenster während der Fahrt einen kleinen Spalt offen. Dadurch gelangt Frischluft in den Wagen. Zugluft gilt es jedoch zu vermeiden.

Eine angemessene Fahrweise hilft nicht nur dem Hund, gesund und sicher am Reiseziel anzukommen. Abrupte Bremsvorgänge, riskante Überholmanöver und unkontrollierte Beschleunigungen versetzen das Fahrzeug vermehrt in Bewegung. Fahren Sie dagegen gleichmäßig und langsam, wird der Wagen ruhig gehalten und es kommt seltener zu Reiseübelkeit.

Überhitzte Fahrgastzellen sind für Hunde eine Gefahr, die nicht selten sogar tödlich enden kann. Hunde sollten niemals in überhitzten Fahrzeugen allein gelassen werden. Den Tieren fällt es schwer, ihre Körpertemperatur anzupassen. Vermeiden Sie bei der Fahrt in die Ferien möglichst die pralle Mittagssonne. In den Morgen- oder Abendstunden reisen Sie entspannter.

Bildquelle: Pixabay.com / EnriqueZavaleta / pixabay.com/de/photos/hund-autofenster-hund-gesicht-tier-1451448/

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